Proben und Chorleben im Jahr 2020 – ganz anders als geplant

2020 sollte für uns ein besonders spektakuläres Jahr werden. Allem voran sollte im September das 50-jährige Bestehen des Pulheimer Kinder- und Jugendchores mit einem großen Konzert gebührend gefeiert werden.

Doch leider kam nichts wie geplant und uns wurde klar, dass Corona uns einen Strich durch die Rechnung machen würde. Zunächst mussten ab Mitte März die Chor- und Bandproben ausfallen.

Trotz alledem blieben wir zunächst optimistisch, dass das Virus schnell unter Kontrolle gebracht werden würde und wir bald wieder mit dem Probenbetrieb starten und somit doch noch ein erfolgreiches Jubiläumskonzert präsentieren könnten.

Um Chor und Band trotz der entfallenden Proben weiterhin vorzubereiten, produzierte unser Chorleiter Andreas Arntz mit einiger Hilfe aus der Leiterrunde digitales Probenmaterial, das unseren Mitglieder/innen die Möglichkeit bot, von zuhause aus zu üben.

Wie sich jedoch bald herausstellte, ist das Chorsingen in Zeiten des Coronavirus zu einem der schwierigsten Hobbys geworden. Während Sportvereine ihren Betrieb wieder aufnehmen konnten, war es uns weiterhin verwehrt unserem Hobby nachzukommen und endlich wieder gemeinsam Musik zu machen oder gar aufzutreten.

Nach all den Monaten ohne gewohntes Chorleben war es Ende September dann endlich an der Zeit die Stimmen zu ölen und die Instrumente zu stimmen! Dank der Möglichkeit, die Kirche St. Kosmas und Damian für unsere Chorproben zu nutzen, und der Entwicklung eines entsprechenden Hygienekonzepts, durften auch wir nach langem Warten unseren Probenbetrieb wieder aufnehmen. Chorleiter Andreas Arntz, der „große“ Chor, die Band, sowie die Piccolinis freuten sich darauf nach über sechs Monaten endlich wieder gemeinsam Musizieren zu können und nutzten begeistert diese Chance.

Ganz so wie gewohnt liefen die Chorproben jedoch nicht ab. Aufgrund der Aerosole, die beim Singen übermäßig stark ausgeschüttet werden, müssen während Chorproben nämlich strenge Regeln beachtet werden: Unsere Sängerinnen und Sänger mussten sich demnach in der gesamten Kirche verteilen und dabei einen Abstand, zum jeweils Nächsten von 3m zur Seite und 4m nach vorne, einhalten.

Der „große“ Chor wurde aufgrund dieser Abstandsregelungen in zwei Gruppen mit jeweils 24 Sängerinnen und Sängern eingeteilt, welche in einem Rhythmus von zwei Wochen gemeinsam die Freude an der Musik aufleben lassen konnten.

Zu Anfang der ersten Probe machten sich die vergangenen sechs Monate ohne Singtraining noch bemerkbar, denn die meisten der Sängerinnen und Sänger hatten ewig nicht gesungen und somit mussten sie zu Beginn erst einmal wieder reinfinden. Zusätzlich erschwerte den Kindern und Jugendlichen die Abstandsregelung das gewohnte „Chorfeeling“ wahrzunehmen. Jede/r Einzelne stand soweit vom Nächsten entfernt, dass das Gefühl aufkam mehr für sich alleine anstatt gemeinsam zu singen. Dies erforderte ein gewisses Vertrauen in sich selbst. Im Laufe der Probe merkte Chorleiter Andreas Arntz jedoch, dass sich sein Chor nach und nach an die neue Situation gewöhnte und die zu Anfang merkliche Zurückhaltung immer mehr nachließ.

Andreas Arntz nutzte die Proben hauptsächlich zum Singen aus Spaß an der Musik, denn alle waren einfach froh endlich wieder zusammen zu kommen und trotz der gewöhnungsbedürftigen Situation ein Stück weit Normalität zu genießen.

Während der vorgeschriebenen Pause zum Lüften der Kirche, war deutlich zu merken, dass unter den Chormitglieder/innen viel Redebedarf bestand – schließlich hatten die meisten sich monatelang nicht gesehen und hatten sich daher viel zu erzählen.

Natürlich ging es auch für die Band wieder los mit den Proben. Diese mussten anders als die Anderen nicht auf die Kirche ausweichen, sondern konnten weiterhin wie gewohnt im Pfarrsaal proben.

 Auch der Frauenchor We Are Family konnte nun gemeinsam mit Chorleiter Alexander Teschner wieder durchstarten. Im Gegensatz zu den anderen Gruppierungen des PuKiJuCho waren die Stimmen der Damen während der vergangenen sechs Monate jedoch nicht ganz eingerostet. Dank Video-Chat trafen sie sich wöchentlich, um im Training zu bleiben. Eine Online-Chorprobe ist jedoch gar nicht so einfach, denn gemeinsames Singen funktioniert dabei aufgrund der Verzögerungen bei der Übertragung nicht.

Der nun für den November beschlossene Teil-Lockdown führt dazu, dass unsere Probenarbeit erneut pausieren muss. Wir bedauern dies sehr, da gerade das Singen und Musizieren sowieso schon länger als viele andere Freizeitaktivitäten warten mussten und doch für uns alle so wichtig ist! Es bleibt uns somit nicht mehr als zu hoffen, dass die nun beschlossenen Maßnahmen die gewünschte Wirkung zeigen und wir die Probenarbeit im Dezember wieder aufnehmen dürfen.

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